surrogates bruce willis photo

Es ist recht spannend, in welcher Richtung sich die Filme gerade entwickeln. Dieses Jahr fing es mit Avatar an, ein als spirituell angesehener Film, worum es um Avatare geht, wie man sie aus der Computer-, respektive Internetwelt, kennt. Ein Avatar ist ein Charakter, der den Menschen hinter einem Computer “identifiziert”. Bei Avatar geht es auch um diese Verbindung zwischen einem erstellten Körper und die Verbindung des Menschen dahinter, der es bedient. Weiter ging es dann mit dem Film Surrogates, wo Bruce Willis wieder mal ein für sein Alter entsprechender Einsatz liefern durfte ;) Da geht es um Roboter, die ferngesteuert werden und im Alltag für den User alles erledigen. Frei nach dem Motto: Draussen ist es gefährlich und böse, wenn man nur noch im Wohnzimmer sitzt und den Roboter los schickt, ist alles im grünen Bereich. In diesem Film wird auch klar, was für Spaken sich hinter den Charakteren wirklich verbergen und wie krank sie ihre Fantasien darin ausleben. Noch kranker jedoch, und wieder ein Film wo es um etwas ähnliches geht, ist Gamer! Und dieser Film bringt unsere heutige Gesellschaft gerade zu passend auf dem Punkt!

gamer gerardbutler photo 03Bei Gamer geht es darum, dass es Menschen gibt, die sich einen Chip einpflanzen lassen und ferngesteuert werden. Das Ganze kann man dann auch verfolgen und aus Allem wird ein Hype gemacht. Der Hauptdarsteller, Gerard Butler als Kable, ist ein Sträfling mit Todesstrafe und er spielt der Charakter eines Games Namens Slayer. Sträflinge mit Todesstrafe haben die Möglichkeit von dieser Weg zu kommen, wenn sie dreissig Runden Egoshooter Krieg überstehen. Bisher hat keiner Überlebt…

Weiter ist dann der sogenannte Abschaum der Welt, Menschen die nicht wohlhabend sind, in einer Welt wie Second Life und werden ferngesteuert um Geld zu verdienen. Das Paradebeispiel ist die Darstellerin, Amber Valetta als Angie, die Frau von Kable, die in dieser Second Life Welt der Charakter eines fetten Typen ist, der lediglich darauf aus ist, sie vögeln zu lassen und sich dabei einen runter zu holen.

Die Handlung und die Story selber ist nicht so hervorragend, muss ich gestehen, doch die Gedanken an dieser kranken Welt, die Wut die ich da empfand, waren doch noch beachtlich! Ich erlebte es ja schon selber, als ich vor ca. zwei Jahren mal Second Life antestete: Nach einer viertel Stunde kam ein weiblicher Charakter und fragte mich, ob es okay ist wenn sie mir einen Penis anschnallt und ich sie dann poppe. Nachdem ich da mal mitgemacht habe und das virtuelle Poppen durch war (per Chat wurde mir mitgeteilt, dass sie oder er, was auch immer, auf der anderen Seite gekommen sei, Spass gehabt habe und sich nun bedanke…), kam ein männlicher Charakter (kein Plan ob dahinter ein Typ oder ne Tusse stand) und fragte, ob ich mit ihm durch das Einkaufszentrum gehe was noch ein Bug hätte und alle Menschen dort umnieten würde. Ich ging mal mit und schaute dem Spektakel zu, wo die Leute sich nervten umgenietet zu werden, weil sie ja zocken wollen und der andere Typ recht abging beim beleidigen anderer Spieler.

Ich weiss nicht Leute, diese Entwicklung ist voll im Gange, wir stecken da echt drin. Der Drang sich vor dem PC in irgend einer Weise in irgend einem Game so darzustellen, wie man selber gerne wäre, dann auch der Druck, sich hochleveln zu wollen… Kann es das sein? Ja, ich habe auch WoW gezockt und jede Alternative dazu… Ja, ich war bei Second Life auch eine kurze Zeit dabei. Aber irgendwie merke ich, wie krank das alles ist. Irgendwie verstehe ich es nicht mehr. Ganz klar, online miteinander zu gamen kann Spass machen, gemeinsam Ziele zu erreichen, die Koordination, das Leveln, ja! Ich sag ja nichts dagegen… Ich frage mich lediglich über das Ausmass und ob sich die Leute überhaupt bewusst sind, was sie virtuell eigentlich spielen. Ich will nicht mit Moral kommen, absolut nicht. Doch das Bild des dicken Typen der eine Frau durch die Welt schiebt und diese jedem zur Verfügung stellt um drüber zu gehen, gibt mir schon zu denken. Scheinbar war es bei Second Life etwa in diesem Stil das Ganze.

Ich habe einfach das Gefühl, dass ein massiver Realitätsverlust vorhanden ist. Freunde die sich lediglich noch per Chat und Facebook treffen. Materialisierung von Frauen und Männer… Der ganze Porno in den Köpfen der Menschen. Ich verstehe das nicht, da das Leben so was von geil wäre – Es macht auch Spass im echten Leben seine Levels zu erreichen. Ganz ehrlich: Wer von Euch hat sich das letzte mal ein Level Up im echten Leben geholt? Bei den Sims holt man sich drei Charmepunkte, lernt Tanzen, Skill 50 bei Sportlichkeit… Lohnt es sich nicht, das Ganze eher Reallife zu holen anstatt virtuell? Ich meine, während Du vor dem PC sitzt und die Bauchmuskeln deines Charakters trainierst, steigerst Du Deine Wampe. Also ich weiss auch nicht, ob es das sein kann. Ich frage mich halt, ob ich meinen Enkeln auch mal so tolle Geschichten erzählen kann, wie mein Grossvater mir erzählen konnte. Ist es das Leben was ich haben möchte? Nein, es ist ein absurdes Leben. Virtuell Karrotten pflanzen und in Wirklichkeit nicht mal wissen, wie eine Karrotte riecht. Ich sags Euch, Ihr reitet Euch selber in die Scheisswelt rein, die Ihr selber nicht haben wollt. Ihr seid krank, im Kopf, ganz tiefgründig, überlegt Euch das mal…

Und da kommt die etwas weiter reichende Kritik… Da gibt es Menschen die den Film Avatar als spirituell sehen, weil alles verbunden ist, jammern im Facebook darüber (schon mal überlegt wieviel eine halbe Stunde Facebook an Dreck produziert?) und erzählen, wie schön es wäre in Pandora zu sein, mit all diesen schönen Farben und Lebewesen. Sagt mal, wie bescheuert, doof, idiotisch und vollkommen ignorant seid Ihr denn? Zieht mal die 3D Brille ab, bewegt Euer Arsch in den Wald und schaut mal, was es dort alles gibt! Also Ihr seid echt die letzten die irgendwas zum Thema Verbundenheit und Spiritualität sagen müsst, echt die absolut letzten! Da habe ich mehr Respekt vor den Arbeitern die den Regenwald abholzen! Und das ist mein voller ernst!

Ich meine nicht, dass ich besser bin und berechtigt, solche Aussagen zu bringen und Ohrfeigen zu verteilen – Aber ich lasse wenigstens nicht so kranken Schrott raus.

15 Kommentare zu „Die Entwicklung einer kranken Welt?“

  • [...] einem neuen Blogbeitrag kritisiert Freund Patric die Entwicklung einer kranken Welt und auch wenn er sich primär auf die virtuellen Welten als Spiegel, Projektionsfläche [...]

  • Elli:

    Ein Avatar ist erstmal und vor allem die körperliche Manifestierung einer Göttin oder eines Gottes im hinduistischen Glauben.
    Das wollte ich mal erwähnen, weil inzwischen alle Welt denkt, das Wort “Avatar” wär ein englisches und sei in der Computer-Welt entstanden *g*

    Zu den Filmen und Spielen kann ich nicht viel sagen, da mir ein Spiel pro 3-4 Jahre genügt und ich nur eine sporadische Zockerin bin, die auch locker Monate ohne auskommt. Und was die Filme anbelangt: Ich hab keinen Fernseher mehr und geh nie ins Kino. Kauf mir nur ab und zu eine DVD. Schätze ich guck, wenn’s hochkommt, ca. sechs Filme im Jahr.

    Aber ich möcht dich auf etwas anderes aufmerksam machen, was mir schon vor Jahrzehnten aufgefallen ist. Ein Phänomen aus der SF. Ich hab hunderte oder gar tausende von SF-Büchern und Geschichten gelesen. Jedesmal wenn eine Zukunft der Menschheit dargestellt wird, die friedlich und konstruktiv ist, gar frei von Krieg, dann liegt laut Erzählungen immer (!) eine “grosse dunkle Phase” (Krieg, Seuchen, Zivilisationszusammenbrüche, globale Klimadesaster, etc.) dazwischen. Sogar beim vielgerühmten Friede-Freude-Eierkuchen-Startrek ist das der Fall.

    Wie es aussieht, können sich selbst die fantasievollsten Autoren keine mögliche Entwicklung vorstellen, die direkt vom Aktuellen auf etwas Besseres übergeht. Es braucht dazwischen anscheinend die totale Destruktion.

  • [...] Mein Senf zu Patrics Post Die Entwicklung einer kranken Welt [...]

  • Danke für die Information Elli! Okay :) Zugegeben ich habe Avatar auch eher aus der Computerwelt geglaubt, aber bedeutet ja an sich das gleiche – Wie so oft nimmt man alte Wörter und verenglischtcomputerisiert es.

    Jaja, totale Destruktion :) Dann halt… Soll etwas schneller kommen ;)

    @Ethra, das was vom Willie her kommt, passiert, wie bei Dir, automatisch, sobald Du meinen Beitrag verlinkst. Diese Funktion heisst im Blog Pingback.

  • ethra:

    Danke, Patric, super.

    Ich habe Avatar noch nicht gesehen. Soll ich es schauen? Habe noch nie einen 3d Film gesehen und habe noch Kinogutscheine, die bald ablaufen.
    Als ich den Trailer sah, war ich enttäuscht. Die blauen Leute sind hässlich, finde ich und da waren doch tatsächlich Herren im Tuttifrutti Kostüm, sprich, Militärs. Ja, aber, wie Elli versteh ich nicht, wieso die Phantasie so verkürzt ist.

    Vielleicht sollte ich doch lieber den Film von Pipilotti Rist schauen “Pepperminta”. Da geht es um Farben und nette Sachen, so viel ich gehört habe. Oder ich sause doch durch den Avatar? Oder beides?

    Man muss einfach kritisch bleiben, aber es ist so schwer, der Einfluss ist doch trotzdem da. Bei gewissen Abstimmungen beobachte ich das bei mir stark. Ich schaue auf das, was meine Zeitung schreibt und die beeinflussen mich sehr, auch meine bevorzugten Parteien tun das.

    Ich hab an Dir vorbeigeschrieben, aber das ist ein Laster von mir, dass ich an den Leuten vorbeirede. Ich weiss es. Könnte mehr auf den Punkt kommen. Das fällt schwer, in einem Decoltee ;) Witz, bitte spülen.

  • Elli:

    Also damit das klar ist. Man kann viel an dem Film herumkritisieren. Aber unterm Strich bleibt es ein ganz toller und fantastischer Film und ich freu mich jetzt schon auf die Fortsetzungen.

    Was mich an den “blauen Leuten” gestört hat, ist vielmehr das Konzentrat von menschlich-männlich-idealistischen Schönheitsbildern. Superschlank, supergross, endlos lange Beine, Wespentaillen, trotzdem muskulös und Frauen entsprechend ausgestattet, riesige kindliche Glubschaugen, niedliche Mangagesichtchen, etc. Abgesehen von der blauen Farbe sind diese Aliens die Versinnbildlichung dessen, was dank Medien heute als Schönheitsideal gilt. Dasselbe kranke Ideal, dem auch die ganzen Stars und Sternchen mit ihrer Magersucht nacheifern. So betrachtet finde ich die optische Erscheinung der Aliens ganz sicher das Schlimmste an diesem Film.

    Abgesehen davon, ist das aber ein toller Film, der sicher einige Leute zum Nachdenken bringt. Mainstream funktioniert halt besser als intellektuelle Erklärungen. Und Camerons Wunsch dahinter, mit dem Werk in den Menschen mehr Respekt für die Natur wecken zu können, ist ganz sicher nicht schlecht.

  • Eh Elli, da sage ich gar nix anderes – Ich kritisiere lediglich die Haltung der Menschen da draussen und das was Du da erwähnst mit den “blauen Leuten” ist recht cool: Darauf bin ich gar nicht gekommen! Aber passt dann wieder zu dem, was ich im Beitrag kritisiere – Der fette Wichser der sich eine perfekte Frau nimmt und diese “auf Strich” schickt. Halt einfach die Idealvorstellung, wobei die Vorstellung selten noch von der Realität unterschieden wird.

    Ich sags ja: Menschen versuchen immer mehr Porno zu sein und vergessen, ob sie dabei überhaupt noch was empfinden und vorallem, vergessen dass Menschen rundherum auch Lebewesen sind (impliziert also auch sowas wie Gefühle, Schwächen, Stärken, …).

  • Nebstbei: Thunfisch sollte man jetzt essen, solange es ihn noch gibt!

  • Elli, da rennst Du bei mir offene Türen ein. Die Schönheitsideal-Problematik ist ein Thema mit dem ich mich auch schon intensiv auseinandergesetzt habe. Seltsamerweise hält die Sache bis heute an und meine Kolleginnen, die jünger sind, als ich, denen ist das gar nicht bewusst. Sie verteidigen das auch noch vehement. Darum habe ich mich etwas zurückgezogen. Die jüngeren Frauen schimpfen über Emanzen und empfinden Feministinnen als männerfeindliche hässliche Monster. Was soll ich da sagen? Ich erkläre dann, dass eine Feministin den Frauen gutgesinnt ist und nicht bekämpft werden sollte und auch nichts gegen Männer hat und dass die Tussi mir gegenüber gar nicht da sitzen würde, wenn es die Emanzen nicht gegeben hätte. Hat niemand Verständnis für eine knuddlige Bauchfalte? Das Äussere ist heute unheimlich wichtig geworden. Ich hätte gar nicht gedacht, dass das Äussere noch wichtiger werden könnte. Es konnte.
    Zudem muss ich sagen, dass dieses Ideal nicht meinem Geschmack entspricht. Ich finde es ästhetischer, wenn ein paar Rundungen zu sehen sind, Mannequins gefallen mir nicht. Also, ja klar, mit Kleidern drüber geht’s.

    Ich habe den Film nicht gesehen, daher wahrscheinlich eine falsche Einschätzung aufgrund des Trailers. Ich glaub, ich werde ihn noch schauen. Dann kann ich auch fundiertere Kommentare krümeln.

  • Elli:

    Laut Psychologie haben Frauen, die über Feministinnen schimpfen, Angst vor der Verliererrolle und identifizieren sich daher sicherheitshalber mit der männlichen Sicht auf die Welt. Das ist ein ähnliches Verhaltensmuster, wie beim Stockholm-Syndrom. Nur dass man halt nicht entführt wird, sondern mittendrin aufwächst. Dies betrifft v.a. Frauen, die sich entweder über ihre Erotik definieren und damit eine gewisse Macht über Männer haben oder solche, die wirtschaftlich und/oder sozial stark von Männern abhängig sind. Am Besten betrachtet man das Mobbing von Frauen über Feministinnen als verzweifelten Schutzreflex.

    Ich versuch immer wieder, diesen Frauen zu vermitteln, dass Feministinnen keinerlei Probleme mit Männern haben. Jedenfalls nicht mehr als andere Frauen oder umgekehrt Männer mit Frauen. Es geht nur um Gleichheit. Mehr nicht.

    Wie heisst es so schön? Gleichheit ist dann erreicht, wenn weltweit auf allen wichtigen Posten gleich viel inkompetente Frauen wie Männer sitzen :-)

  • Elli:

    ähm Patric, mein erstes Post war nicht als Kritik an deinem Artikel gedacht, sondern als Antwort auf Ethras Gedanken :-) (Dachte das wär klar, weil ich ihr “Blaue Leute” übernommen habe.)

    :-)

  • Hallo Elli,

    nein das war absolut klar, auch ohne “Blaue Leute” ;) Ich habe Dir zugestimmt.

    Lieben Gruss,
    Patric

  • ethra:

    Thunfisch essen ?????

  • [...] “Die Entwicklung einer kranken Welt” heisst der Beitrag, den ich gestern verfasst habe. Überraschenderweise erhielt ich viel Feedback als Kommentare direkt auf den Beitrag, über Facebook und es sind sogar drei weitere Blogbeiträge von anderen Wandlungen Benutzern entstanden daraus. Interessant ist jedoch die Entwicklung der Blogkommentare: Eine Kritik über die Na’vi aus dem Film Avatar, den “Natives” aus Pandora – Nämlich, dass diese “unserem” Schönheitsideal geformt wurden. Die Diskussion ging etwas weiter, wo dann auch Schönheitsideale unserer Gesellschaft kritisiert werden und auch das Wort Feministin gefallen ist. Die Kommentare können nachgelesen werden, mich hat es zumindest motiviert, mir ein paar Gedanken zum Thema zu machen, was ich mir jedoch nicht zum ersten mal mache [...]

  • [...] auf dem Posting von Patric blog  will ich doch noch auf die aus meiner sicht zentrale aussage [...]

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